Gesundes Leben: Psyche
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Gesundes Leben: Psyche

Gesundes Leben: Psyche

Pharmako- und Psychotherapie sind für viele Betroffene essenzielle Standbeine zur Überwindung einer Depression. Beide Therapieformen helfen Betroffenen, die Kraft, Konzentration und Entschlossenheit zu entwickeln, mit dem individuellen Denken und Handeln den Heilungsprozess der Erkrankung voranzutreiben und das Risiko eines Rückfalls zu minimieren.

Wenn es den Betroffenen nach den ersten Wochen der Therapie langsam wieder besser geht, fängt der persönliche Weg heraus aus der Depression an. In den drei Kapiteln Gesundes Leben: Psyche, Sport und Ernährung haben wir Informationen und Tipps für Sie zusammengestellt, die als Inspiration für diesen Weg im Alltag dienen können. Aber selbstverständlich können diese Inhalte nützliche Wegweiser für Menschen in den verschiedensten Lebenslagen - auch ohne Depressionen – sein, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Psychische Widerstandskraft schützt vor depressiven Phasen

Die Psyche des Menschen kann mit kleinen und auch großen Schicksalsschlägen gut zurechtkommen. Diese Fähigkeit wird Resilienz oder Widerstandskraft genannt. In welchem Ausmaß jemand dazu in der Lage ist, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend ist: Die Grundlage für Resilienz bilden verschiedene Mechanismen und Fähigkeiten, die sich erlernen und trainieren lassen.

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Die 7 Fähigkeiten für psychische Widerstandskraft:
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Optimismus – Zuversichtlich sein

Versuchen Sie einen positiven Blick auf sich, die Welt und die Zukunft zu entwickeln. Auch wenn das schwerfällt. Durch die Therapie sind Sie schon auf einem guten Weg zur Besserung der Symptome.

Akzeptanz der aktuellen Situation

Auch Krankheiten gehören zum Leben und können jeden treffen. Wut und Schuldzuweisungen sind dabei manchmal die ersten Reaktionen, jedoch im Endeffekt nicht zielführend. Was hilft, ist Akzeptanz – Frieden schließen mit der Depression und unvoreingenommen an der Heilung arbeiten.

Offen für neue Lösungen sein

Häufig führen mehrere Wege zum Ziel. Entdeckungen und neue Erfahrungen machen, überrascht werden und Dinge spüren – dies alles wird durch Offenheit Neuem gegenüber erleichtert.

Verantwortung übernehmen

Die Verantwortung für sich, seine körperliche und seelische Gesundheit und sein Leben trägt jeder selbst. Wer aktiv nach dieser Verantwortung greift, hat das Ruder in der Hand, kann mitmachen und mitgestalten und so einen großen Schritt in Richtung Heilung erreichen.

Enge Bindungen und Netzwerke bilden und pflegen

Freundeskreis, Familie und auch weniger enge soziale Kontakte sind wichtig für unser Wohlbefinden, spenden Kraft und Sicherheit. Diese Netzwerke sollten Sie pflegen und vor allem auch genießen. Die Wärme und Unterstützung dieses sozialen Rückhalts sind Gold wert. Auch Selbsthilfegruppen und der Austausch mit anderen Betroffenen ist für viele eine große Hilfe.

Eine positive Zukunft planen

Der graue Schleier gehört immer mehr der Vergangenheit an und der Blick auf die Zukunft wird klarer. Auch Vorfreude ist echte Freude. Haben Sie einen positiven Ausblick, planen Sie schöne Dinge und erfreuen sich daran. So wird die Sicht auf die Zukunft immer klarer und heller.

Selbstwirksamkeit – Eigenen Beitrag leisten

Eine Depression kann Antriebslosigkeit, Aktivitätseinschränkungen und Interessenlosigkeit mit sich bringen. Es ist wichtig, diese Symptome als Teil der Erkrankung zu erkennen, aber wenig hilfreich, sich diesen zu beugen. Es ist besser, diese zu akzeptieren und Verantwortung für die Therapie und persönliche Besserung zu übernehmen. Wir sind unseres Glückes Schmied. Auch wenn wir uns in widrigen Umständen befinden – es gibt fast immer einen Weg, das Beste daraus zu machen. Ist man von dieser Fähigkeit überzeugt, wird es viel wahrscheinlicher, dass man damit richtig liegt.

Tipp

Wenn Sie die Erkrankung annehmen und sie beharrlich bekämpfen, wird sich dies auszahlen. Hier finden Sie eine Sammlung mit verschiedenen Tipps, die Ihnen dabei helfen können, stark zu bleiben.

  • Besuchen Sie eine Selbsthilfegruppe, wenn Ihnen danach ist. Der Austausch mit anderen Betroffenen über Probleme kann sehr hilfreich sein.
  • Nehmen Sie weiterhin Hilfe und Unterstützung von Freund:innen und Angehörigen an, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Sie ist nicht selbstverständlich.
  • Sprechen Sie offen über Ihre Gedanken, Gefühle und Sorgen.
  • Achten Sie auf Änderungen Ihrer Stimmung, so können Sie Anzeichen eines Rückfalls besser erkennen.
  • Verringern Sie Stress und vermeiden Sie den Kontakt mit Menschen, die bei Ihnen Stress auslösen.
  • Führen Sie ein Tagebuch darüber, wie sich alles entwickelt oder konzentrieren Sie sich auf bestimmte Aspekte zum Beispiel auf Veränderungen Ihrer Stimmung, auf Aktivitäten oder positive Gedanken, Einsichten oder Begebenheiten.
  • Pflegen Sie Gewohnheiten und Rituale. Sie erleichtern Ihr Leben und strukturieren den Tag.
  • Besuchen Sie weiterhin wie geplant Ihre:n Psychiater:in und/oder Therapeut:in.
  • Vermeiden Sie Alkohol, denn er kann sich negativ auf die Depression auswirken.
  • Besprechen Sie Ihre Ängste und Zweifel offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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Referenzen

NeuroPsy. Expertise. Das Medium für Psychiatrie und Neurologie. Das Resilienzkonzept bei psychiatrischen Erkrankungen. Sonderausgabe Nov 2008. Abgerufen am 31.03.2022 von https://oegpb.at/wp-content/uploads/2016/11/GPB-Expertise-Resilienz-2008.pdf
Helmreich I et al. Schutzmechanismen gegen Burnout und Depression. Zertifizierte Fortbildung. Info Neurologie & Psychiatrie 2015;17(2):52-60. Abgerufen am 31.03.2022 von https://lir-mainz.de/assets/downloads/05_CME_Resilienz_Helmreich_Lieb_FINAL.pdf
DAK Gesundheit. Resilienz: Die sieben Säulen der Stärke. Abgerufen am 31.03.2022 von https://gesundes-miteinander.de/resilienz-die-sieben-saeulen-der-staerke/
S3-Leitlinie/NVL Unipolare Depression, Langfassung, 2. Auflage, Version 5. Abgerufen am 31.03.2022 von https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005l_S3_Unipolare_Depression_2017-05_abgelaufen.pdf
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