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Schuppenflechte Hilfe

Schuppenflechte Hilfe

Schön, dass Sie da sind!

Beginnen Sie heute mit dem ersten Schritt in ein freieres Leben.

Eine Haut frei von äußerlich sichtbarer Schuppenflechte, auch „Psoriasis“ genannt, ist für viele Betroffene möglich. Hier und jetzt ist der richtige Zeitpunkt, über einen Therapiewechsel nachzudenken. Finden Sie eine Ärztin oder einen Arzt, die/der Sie ausführlich zu modernen Medikamenten berät.

Wir begleiten Sie auf diesem Weg

1. Schweregrad Ihrer Psoriasis herausfinden

Wie schwer ist meine Schuppenflechte?

Bei der Schuppenflechte (Psoriasis)handelt es sich um eine entzündliche systemische Erkrankung, die über die Haut sichtbar wird und nicht ansteckend ist.

[1]

Die Schuppenflechte ist eine akut oder chronisch verlaufende Erkrankung, die auch das Immunsystem betrifft. Dabei wird die Haut vom körpereigenen Abwehrsystem angegriffen, so dass Entzündungen auf der Hautoberfläche entstehen und sich verstärkt Hautzellen (Plaques) bilden.

[1]
Neben der Haut können bei der Schuppenflechte auch die Nägel betroffen sein. Bei vielen Betroffenen kann zudem auch eine Gelenkentzündung (Psoriasis-Arthritis) auftreten.
[2]

Junge Frau dokumentiert ihre Psoriasis zur Berechnung des Schweregrads

In Deutschland leben ungefähr zwei Millionen Menschen mit Schuppenflechte.

[3]
Etwa ein Fünftel der Betroffenen hat eine mittelschwere bis schwere Form, und etwa ein Drittel erlebt starke Einschränkungen in der Lebensqualität.
[2]
[3]
Doch nur ein kleiner Teil von ihnen erhält moderne Behandlungen wie Biologika, obwohl diese nach aktueller Behandlungs-Leitlinie in vielen Fällen sinnvoll wären.
[3]

Wie kann ich meinen Schweregrad selbst bestimmen?

Das Kennen und Verstehen des Schweregrades Ihrer Schuppenflechte ist ein wichtiger Schritt, um den optimalen Behandlungsplan gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu finden. Zur Beurteilung des Schweregrades werden verschiedene Aspekte berücksichtigt, die mit unterschiedlichen Verfahren bestimmt werden. Je nach Verfahren wird mit einbezogen, wie weit sich die Schuppenflechte ausgebreitet hat, wie stark die Entzündung ist, welche Stellen betroffen sind und wie sehr die Lebensqualität eingeschränkt ist. Die Einteilung des Schweregrades stützt sich schließlich auf drei zu ermittelnde Werte: BSA (Body Surface Area), PASI (Psoriasis Area and Severity Index) und DLQI (Dermatology Life Quality Index).

[4]
[5]

BSA (Body Surface Area)

Der BSA-Wert gibt den Prozentsatz der von Schuppenflechte befallenen Körperoberfläche an.

[5]
Die Größe der eigenen Handfläche entspricht ungefähr 1 Prozent der Körperoberfläche. Liegt der BSA-Wert unter 3 Prozent, so spricht man von einer leichten Schuppenflechte. Ein BSA-Wert von 3‑10 Prozent wird als mittelschwere Schuppenflechte eingestuft. Und ab einem BSA-Wert von mehr als 10 Prozent gilt es als schwere Schuppenflechte.
[6]

BSA (Body Surface Area)
Mensch, dessen Psoriasis-Plaques sich auf die Knie beschränken
Leicht

Weniger als 3 % der Körperoberfläche
ist betroffen

Mensch mit Psoriasis-Plaques an Beinen und Rumpf
Mittelschwer

3‑10 % der Körperoberfläche
sind betroffen

Mensch mit Schuppenflechte an Kopfhaut, Schultern, Armen, Rumpf und Beinen
Schwer

Mehr als 10 % der Körperoberfläche
ist betroffen

DLQI (Dermatology Life Quality Index) - Fragebogen zur Lebensqualität

Der DLQI ermittelt die persönliche Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Schuppenflechte.

[5]

Mit dem Fragebogen zur Lebensqualität werden das Ausmaß der gesamten körperlichen Belastungen sowie das seelische Befinden innerhalb der letzten sieben Tage beurteilt. Der Fragebogen zur Lebensqualität besteht aus zehn Fragen zu Beeinträchtigungen in Alltag, Freizeit, Schule, Arbeit und zwischenmenschlichen Beziehungen. Jede Frage wird mit einer Punktzahl zwischen 0 und 3 bewertet, so dass die Gesamtzahl zwischen 0 (keine Beeinträchtigung) und 30 (maximale Beeinträchtigung) liegt. Über 10 Punkte bedeutet, dass die Schuppenflechte einen starken Einfluss auf die Lebensqualität hat, über 20 Punkte sogar einen sehr starken Einfluss.

[5]
[7]

Klemmbrett mit Fragebogen zur Psoriasis

EM-77598

PASI (Psoriasis Area and Severity Index)

Der PASI-Wert ergibt sich aus dem Prozentsatz der betroffenen Körperoberfläche und dem Schweregrad der Hautveränderungen.

[4]

Beim PASI werden sowohl die betroffene Fläche als auch die Ausprägungen der Schuppen erfasst, aufgeteilt nach den vier Körperregionen Kopf, Rumpf, Arme und Beine.

Dabei wird die Ausprägung von Rötung, Dicke und Schuppenbildung der Haut mit Punkten von 1 (keine) bis 4 (sehr stark) angegeben. Die befallene Körperoberfläche wird mit Punkten von 0 (keine) bis 6 (gesamte Fläche) bewertet. Mit Hilfe einer Formel errechnet sich aus den Punktzahlen ein Wert zwischen 0 und 72. Werte über 10 entsprechen einer mittelschweren bis schweren Form der Schuppenflechte.

[4]
[8]

Grundsätzlich bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihren PASI-Wert.
Bei Interesse können Sie Ihren genauen PASI Wert hier berechnen.

Taschenrechner zur Berechnung des Schweregrads der Psoriasis
Warum ist die Bestimmung des Schweregrades der Psoriasis wichtig?

EM-106485

Definition des Schweregrades
[5]
[9]

Leichte Psoriasis

Mittelschwere bis schwere Psoriasis

Leichte Psoriasis

BSA und PASI und DLQI nicht über 10

Mittelschwere bis schwere Psoriasis

BSA oder PASI über 10
und DLQI über 10


Upgrade mittelschwere bis schwere Schuppenflechte:
[5]

Auch wenn BSA oder PASI unter 10 liegen, kann dennoch eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte vorliegen. Und zwar wenn der DLQI über 10 ist und einer der folgenden Fälle zutrifft:

  • sichtbare Stellen oder Kopfhaut sind stark befallen
  • Genitalbereich, Handflächen, Fußsohlen oder mindestens zwei Fingernägel sind betroffen
  • Juckreiz und Kratzen sind vorhanden
  • die Plaques sprechen auf keine bisherige Therapie an

Besprechen Sie Ihre Schweregradeinschätzung gerne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Im Rahmen der Diagnosestellung wird sie/er den Schweregrad ihrer Psoriasis ermitteln.

2. Therapie-Optionen kennenlernen

Welche Therapie ist für mich geeignet?

Aktuell gilt die Schuppenflechte zwar noch nicht als heilbar, doch es gibt inzwischen zahlreiche fortschrittliche Behandlungsmöglichkeiten, die zu einer langfristigen Erscheinungsfreiheit führen können.

Die Auswahl der jeweils richtigen Therapie ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Daher muss Ihr Therapieplan individuell mit Ihrer behandelnden Ärztin oder behandelnden Arzt abgestimmt, regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Zusätzlich zur Behandlung mit Medikamenten ist es oft hilfreich, die Ernährung umzustellen oder auch ein Patienten-Tagebuch zu führen, um auslösende Faktoren zu erkennen.

[10]
[11]
Sprechen Sie hierzu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Junger Mann recherchiert im Internet Behandlungsoptionen bei Psoriasis

Bei der Schuppenflechte kommen sowohl äußerliche als auch innerliche Behandlungen zur Anwendung. Äußerliche Therapien, die nur an den betroffenen Hautstellen wirken, werden vor allem bei leichten Fällen eingesetzt. Der Einsatz von innerlichen (systemischen) Medikamenten, die auf den ganzen Körper wirken, ist bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte empfohlen. Einige dieser Medikamente können auch bei Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden.

[5]

Welche Therapien zum Einsatz kommen, wird in der Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V. definiert.

[5]

Vereinfachte Darstellung:

Therapie bei leichter Schuppenflechte
Therapien bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte

Finden Sie heraus, welche Behandlungsmöglichkeiten Ihnen zur Verbesserung der Symptome Ihrer Schuppenflechte offenstehen

    Äußerliche Anwendung (Topische Therapie)

    Äußerliche Anwendung (Topische Therapie)

    Bei einer leichten Schuppenflechte reicht die äußerliche Behandlung in der Regel aus. Zu den topischen Therapien gehören Salben, Cremes, Lotionen oder Shampoos.

    [12]
    Kortison-Salben werden seit den 50er Jahren eingesetzt, teerhaltige Mittel zum Teil schon sehr viel länger.
    [13]

    • Pflegepräparate als Basistherapie: Harnstoffhaltige, milchsäurehaltige Cremes, Salben und Lotionen wirken feuchtigkeitsspeichernd, halten die Haut weich und helfen bei der Ablösung der Schuppen. Shampoos enthalten teilweise dieselben Wirkstoffe und helfen ebenfalls bei der Schuppenablösung. Pflegepräparate für die Haut sind eine wichtige Ergänzung jeder weiteren Schuppenflechte-Therapie.
      [14]

    • Kortikoide (Topische Corticosteroide = TCS) sind die am häufigsten angewendeten Medikamente zur äußerlichen Behandlung der Schuppenflechte, um Rötungen, Schwellungen, Schuppung und Juckreiz zu reduzieren.
      [12]
    • Vitamin-D3-Analoga hemmen die Vermehrung bestimmter Hautzellen.
      [15]
    • Calcineurin-Inhibitoren (TCI) werden besonders an empfindlichen Stellen wie Gesicht oder Genitalbereich eingesetzt.
      [15]
    • Dithranol hemmt die Vermehrung bestimmter Hautzellen und wirkt gegen die Entzündung, kommt aber in erster Linie in Hautkliniken zum Einsatz.
      [15]
    • Tazaroten ist eine dem Vitamin A-ähnliche Substanz (Retinoid), die einen Sonnenschutz erfordert und nicht für Schwangere geeignet ist.
      [16]
    Lichttherapie und Badetherapie (Physikalische Therapie)

    Lichttherapie und Badetherapie (Physikalische Therapie)

    Die Bestrahlung mit speziellem Licht kann zu einer Verbesserung der Symptome der Schuppenflechte beitragen und wird in der Hautarztpraxis durchgeführt.

    [12]
    Dabei ist die Kombination mit einer Badetherapie möglich. Gezielte Licht- und Badetherapien kommen seit den 70er Jahren zum Einsatz.
    [13]

    • UV‑B-Licht (Breitband oder Schmalspektrum 311 nm) ist die am häufigsten angewendete Form der Bestrahlung.
      [16]
      [17]
    • Laser-Therapie (UV‑B 308 nm Excimer-Laser) wird manchmal von Dermatologen für kleinere erkrankte Hautareale eingesetzt.
      [16]
      [17]
    • PUVA (Psoralen plus UV-A) bezeichnet die Bestrahlung mit UV-A-Licht in Kombination mit der Anwendung von Psoralen, welches die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Strahlen erhöht. Psoralen kann dabei entweder innerlich verabreicht oder äußerlich (mittels Cremes oder Badetherapien (Balneo-PUVA)) angewandt werden.
      [16]
      [17]
    • Klimatherapie, z. B. am Toten Meer, kann als Kur sehr hilfreich sein.
      [16]


    Innerliche Therapie (systemisch konventionell)

    Innerliche Therapie (systemisch konventionell)

    Bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte sowie Psoriasis-Arthritis ist meist eine innerliche (systemische) Behandlung notwendig. Es stehen verschiedene Wirkstoffe und Produkte zur Verfügung, die in der Regel in Tablettenform eingenommen werden.

    [18]
    Die ersten dieser Mittel gab es ab Mitte des 20. Jahrhunderts.
    [13]

    • Fumarate werden vor allem in der Langzeittherapie verwendet. Sie können in der Dosierung individuell an die Patienten angepasst werden.
      [9]
      [19]
    • Methotrexat (MTX) ist ein Chemotherapeutikum, welches das Immunsystem unterdrückt. Es wird bevorzugt bei gleichzeitigem Vorliegen einer Psoriasis-Arthritis angewandt. MTX kann auch als Injektion verabreicht werden.
      [9]
      [19]
    • Acitretin ist ein Vitamin-A-Analogon, sollte jedoch nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter eingesetzt werden, da es den Embryo schädigt.
      [19]
    • Ciclosporin (CSA) unterdrückt das Immunsystem und ist kurzfristig zur Behandlung von schweren Schüben geeignet.
      [9]
      [19]
    • Apremilast (PDE4-Inhibitor) gehört zu den sogenannten „small molecules“ und unterdrückt das Immunsystem an gezielter Stelle. Allerdings wird es nur eingesetzt, wenn andere Therapien (CSA / MTX) nicht ansprechen oder wenn statt Injektionen eine Tablettenbehandlung gewünscht wird.
      [9]
      [19]
    Innerliche Therapie mit Biologika

    Innerliche Therapie mit Biologika

    Bei Biologika handelt es sich um systemische Therapien, die unter die Haut gespritzt oder als Infusion verabreicht werden.

    [20]
    In Deutschland wurden die ersten Biologika gegen Schuppenflechte vor etwa 20 Jahren zugelassen.
    [13]

    Die Behandlung mit Biologika wird empfohlen, wenn andere Therapieformen keinen ausreichenden Erfolg zeigen oder unverträglich sind. Bei besonders schwerer Krankheitsausprägung (PASI > 20 oder Nagel-, Genital-, Kopfhaut-Beteiligung), rascher Verschlechterung oder sehr starker Beeinträchtigung der Lebensqualität können Biologika auch eingesetzt werden, ohne zuvor andere Therapieformen auszuprobieren.

    [5]

    Mit einigen Biologika lässt sich für die Betroffenen Erscheinungsfreiheit erreichen.

    [13]

    Biologika sind biotechnologisch hergestellte Stoffe, die das Immunsystem ganz gezielt an einer Stelle ausschalten. Sie unterdrücken die Wirkung bestimmter Botenstoffe, die stark am Entzündungsgeschehen der Schuppenflechte beteiligt sind.

    [20]
    Folgende Biologika sind aktuell in Deutschland zur Behandlung von Psoriasis zugelassen:

    • Anti-IL23p19 werden alle acht bis zwölf Wochen verabreicht. Es gibt Anti-IL23p19, die auch zur Behandlung der Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden können.
      [9]
      [20]
    • Anti-IL17A wirken auch bei Psoriasis-Arthritis und werden 4‑wöchentlich verabreicht.
      [9]
      [20]
    • Anti-IL17RA werden alle zwei Wochen verabreicht.
      [9]
      [20]
    • Anti-IL12/23p40 werden alle zwölf Wochen verabreicht.
      [9]
      [20]
    • Anti-TNF wirken gegen Psoriasis-Arthritis und sind teilweise in der Schwangerschaft zugelassen. Sie werden alle 2 Wochen verabreicht.
      [9]
      [20]
    • Anti-IL17A/ IL17F werden alle 4 bis 8 Wochen verabreicht
      [21]

    Biologika unterscheiden sich in der Wirksamkeit und Verträglichkeit. Die Auswahl der geeigneten Therapie hängt auch von möglichen Begleiterkrankungen ab. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die für Sie beste Therapie.

    Wie behandeln Sie Patient:innen mit einer mittelschweren bis schweren Psoriasis?

    EM-106483

    Mythen und Fakten zu Biologika

    Biologika haben bei der Behandlung vieler schwerer Krankheiten wesentliche Fortschritte gebracht, zum Beispiel bei Diabetes, Krebs und verschiedenen Autoimmunerkrankungen. Doch halten sich immer noch hartnäckig einige Mythen zu Biologika.

    Fakt: Biologika haben nichts mit alternativer Medizin zu tun und werden auch nicht chemisch hergestellt. Es handelt sich um biotechnologisch hergestellte Eiweiß-Stoffe, die im Labor aus lebenden Zellen gewonnen werden und eine große Ähnlichkeit mit körpereigenen Stoffen haben.

    [22]

    Fakt: Das erste zugelassene Biologikum war in den 80er Jahren Humaninsulin zur Diabetes-Behandlung.

    [23]
    Heute gibt es eine große Bandbreite an zugelassenen Biologika auf dem Markt, die für ganz unterschiedliche Erkrankungen eingesetzt werden. Dazu gehören z.B. Antikörper, Impfstoffe, Entzündungshemmer, Hormone wie Insulin, Wachstumsfaktoren oder Blutgerinnungsfaktoren.
    [22]

    Fakt: Zur Behandlung von Schuppenflechte werden Biologika bereits seit etwa 20 Jahren in Deutschland angewandt. Die Wirkung von Biologika ist inzwischen in unzähligen Studien erforscht worden. Allein in Deutschland werden jährlich Zehntausende von Patienten mit Biologika behandelt.

    [13]

    Fakt: Unerwünschte Wirkungen können bei jedem Arzneimittel (z. B. auch bei innerlichen herkömmlichen Medikamenten wie MTX) auftreten, doch im Allgemeinen sind Biologika sowohl sicher als auch gut verträglich.

    [13]

    Fakt: In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass Biologika, wie alle verschreibungspflichtigen Behandlungen für Schuppenflechte, hochwirksame Arzneimittel sind, die eine annähernde bis komplette Symptomfreiheit des Patienten erreichen können. Jedoch spricht jeder Patient unterschiedlich gut und schnell auf die Behandlung an, so dass ein individuell passendes Biologikum gefunden werden muss.

    [13]

    Fakt: Biologika werden, wie die meisten Therapien für Schuppenflechte, bei entsprechender Diagnosestellung von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

    Wann ist eine Biologika Therapie die richtige Behandlung für mich?

    Eine Biologika-Therapie ist nicht für jeden Patienten geeignet. Voraussetzung ist, dass eine mittelschwere oder schwere Form der Schuppenflechte vorliegt und dass andere Therapieoptionen nicht oder nicht ausreichend wirken.

    [5]
    Wenn Sie unter einer mittelschweren oder schweren Form leiden und schon verschiedene Therapien ohne Erfolg ausprobiert haben, suchen Sie nach einem auf Schuppenflechte spezialisierte Dermatologin oder einen Dermatologen. Es ist völlig in Ordnung, sich eine zweite oder dritte Meinung einzuholen.

    Sie haben das Recht auf eine angemessene Therapie, die Ihre Lebensqualität deutlich verbessern kann.

    Welche Ziele verfolge ich mit meiner Therapie?

    • Wichtig ist, dass Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein Therapieziel innerhalb eines bestimmten Zeitraumes festlegen (beispielsweise, dass die Haut nicht mehr juckt).
      [4]
    • Das minimale Therapieziel sollte eine Verbesserung der Erkrankung um 75 Prozent sein.
      [5]
      Mit modernen Biologika ist sogar Erscheinungsfreiheit möglich.
      [13]
    • Nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch das Erreichen einer höheren Lebensqualität ist wichtig.
      [5]
    • Erreichen Sie das festgelegte Therapieziel nicht, dann sollte die Behandlung angepasst werden (z. B. durch Medikamentenwechsel).
      [5]
    Kuss zwischen einem jungen Liebespaar auf einem Festival
    Seien Sie anspruchsvoll und verfolgen Sie konsequent das Therapieziel, mit dem die Schuppenflechte Ihre persönliche Lebensqualität am wenigsten einschränkt!

    Wann sollte ich über einen Therapiewechsel nachdenken?

    Es gibt viele Gründe, über einen Therapiewechsel nachzudenken. Wenn Sie durch die Schuppenflechte erheblich in Ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind, haben Sie möglicherweise Anspruch auf eine Behandlung mit Biologika.

    Wenn Sie unter einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte leiden und eine der folgenden Fragen mit Ja beantworten können, lohnt es sich, über einen Therapiewechsel nachzudenken:

    [3]
    [4]
    [5]

    • Haben Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt festgelegte Therapieziel nicht erreicht?
    • Ist Ihre Schuppenflechte mit der aktuellen Therapie nicht unter Kontrolle oder hat sie sich verschlechtert?
    • Kommen Sie mit der aktuellen Therapie nicht zurecht oder haben Sie starke Nebenwirkungen?
    • Fühlen Sie sich durch die Schuppenflechte erheblich belastet oder in Ihrer Lebensqualität eingeschränkt?

    Suchen Sie nach einer Ärztin oder einem Arzt, die/der Ihnen dabei hilft, die Therapie zu bekommen, die Sie benötigen, um Ihre Schuppenflechte unter Kontrolle zu haben. Erhalten Sie die Versorgung, die Ihnen zusteht.

    3. Psoriasis-Spezialisten finden und Termin vereinbaren

    Wie finde ich den richtigen Arzt für mich?

    Nicht alle Hautärztinnen und Hautärzte schöpfen das Therapiepotenzial für die Behandlung der Schuppenflechte voll aus. Daher ist es wichtig, dass Sie eine Dermatologin oder einen Dermatologen finden, die/der sich auf Schuppenflechte spezialisiert hat.

    Finden Sie eine Ärztin oder einen Arzt in Ihrer Umgebung, die/der Ihnen Zugang zu einer für Sie passenden Therapie ermöglicht.

      Nutzen Sie die regionale Arztsuche auf www.psonet.de/regionale-netze/ und vereinbaren Sie am besten gleich einen Termin. Sie können auch direkt nach Ärzten suchen, die Biologika-Therapien anbieten, indem Sie dies bei der erweiterten Suche angeben.

      Eine Patientin spricht mit Ihrer Ärztin über die Symptome ihrer Psoriasis.
      Wie finden Betroffene einen auf die Behandlung von Psoriasis spezialisierten Arzt?

      EM-106488

      Nutzen Sie die bundesweite Arztsuche auf www.onlinedoctor.de und kontaktieren Sie eine Ärztin oder einen Arzt über die telemedizinische Plattform des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen. In dieser Suche sind Psoriasis-Spezialisten aufgelistet, die über die telemedizinische Plattform angesprochen werden können und moderne Therapien anwenden. Alle Dermatologinnen und Dermatologen, die eine telemedizinische Beratung anbieten, finden Sie auf www.onlinedoctor.de.

      EM-94477

      Weitere telemedizinische Plattformen, die Sie nutzen können, sind:AppDoc, derma2go, dermanostic, easyDerma

      Individuelle Unterstützung bei der Suche nach einem Psoriasis-Spezialisten

      Bei der Suche nach Psoriasis-Spezialisten in Ihrer Nähe sind auch Patientenorganisationen gerne behilflich. Folgende Organisationen beraten Sie gerne:

      4. Arztgespräch vorbereiten

      Wie bereite ich mich auf das Arztgespräch vor?

      Vor Ihrem Arztbesuch ist es wichtig, sich gut auf das Gespräch vorzubereiten. Da in vielen Hautarztpraxen Zeitdruck herrscht, sollten Sie sich vor dem Arzttermin Notizen machen. Nehmen Sie außerdem Ihre regelmäßigen Termine wahr und achten Sie darauf, die Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes umzusetzen. Ihre Mitarbeit ist für den Erfolg der Therapie von entscheidender Bedeutung.

      Psoriasis-Patientin macht sich Gedanken über ihren bevorstehenden Arzttermin
      Wie können sich Betroffene auf den Besuch beim Dermatologen vorbereiten?

      EM-106486

      Tipps zur Vorbereitung auf das Arztgespräch:
      [11]

      • Notieren Sie sich vorab alle wichtigen Fragen an die Ärztin oder den Arzt.
      • Führen Sie ein regelmäßiges Patiententagebuch zu Herausforderungen in Ihrem Alltag.
      • Machen Sie sich auch Notizen zu den Einschränkungen in Ihrer Lebensqualität.
      • Versuchen Sie, Ihren Leidensdruck mit Beispielen zu verdeutlichen.
      • Informieren Sie sich über moderne Therapiemöglichkeiten.
      • Überlegen Sie sich ein mögliches Therapieziel, das Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen.

      5. Weitere Informationen für Sie zum Download

      Stiftung Gesundheit

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        Referenzen

        Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) / Bitte-berühren-Kampagne: Was ist Schuppenflechte? URL: https://psoriasis.bitteberuehren.de/schuppenflechte-verstehen/definition-und-ursachen/ aufgerufen am 05.08.2021
        Augustin M et al., Dermatology 2008;216(4):366-372.
        Augustin M, Enk A, von Kiedrowski R, et al. Einsatz von Systemtherapeutika und Biologika in der leitliniengerechten Therapie der mittelschweren bis schweren Psoriasis vulgaris. PsoNet Magazin Supplemental 1.2017 URL: http://docplayer.org/61308938-Einsatz-von-systemtherapeutika-und-biologika-in-der-leitliniengerechten-therapie-der-mittelschweren-bis-schweren-psoriasis-vulgaris.htmlaufgerufen am 05.08.2022
        Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) / Bitte-berühren-Kampagne: Therapieziele definieren und erreichen. URL: https://psoriasis.bitteberuehren.de/schuppenflechte-behandeln/therapieziele/aufgerufen am 05.08.2022
        Nast A et al. Deutsche S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris 2021, adaptiert von EuroGuiDerm. Stand: 19/02/2021 URL: www.awmf.org aufgerufen am 10.08.2021
        National Psoriasis Foundation / Why Treat? URL: https://www.psoriasis.org/why-treat/ aufgerufen am 10.08.2021
        Erhebungsbogen DLQI (Dermatology Life Quality Index) URL: https://www.psoriasisbund.de/fileadmin/images/download/formulare/DLQI-Fragebogen_und_Auswertung.pdf. aufgerufen am 10.08.2021
        Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. PASI Rechner Psoriasis Area and Severity Index URL: https://dermatologe-werden.de/apps-und-online-services/pasi-rechner/?L=0, abgerufen am 19.09.2021.

        von Kiedrowski R, Dirschka T, Krähn-Senftleben G, et al. Empfehlungen für die ambulante Versorgung von Psoriasis vulgaris. Aktualisierter praxisnaher Behandlungspfad. onkoderm Psoriasis aktuell 2019 URL: https://www.researchgate.net/publication/335843133_Empfehlungen_fur_die_ambulante_Versorgung_von_Psoriasis_vulgaris_-_Aktualisierter_praxisnaher_Behandlungspfad aufgerufen am 16.08.2022
        Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) / Bitte-berühren-Kampagne: Wie beuge ich Schüben bei Schuppenflechte vor? URL: https://psoriasis.bitteberuehren.de/ratgeber/alltag-mit-schuppenflechte/schueben-vorbeugen/ aufgerufen am 05.08.2021
        Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) / Bitte-berühren-Kampagne: Vorbereitung Ihres Hausarztbesuchs URL: https://psoriasis.bitteberuehren.de/schuppenflechte-behandeln/leitfaden-hautarztbesuch/ aufgerufen am 05.08.2021
        Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) / Bitte-berühren-Kampagne: Schuppenflechte äußerlich behandeln URL: https://psoriasis.bitteberuehren.de/schuppenflechte-behandeln/aeussere-therapie/ aufgerufen am 05.08.2021
        Lockwood S, Prens L, Kimball A. Unerwünschte Wirkungen von Biologika bei Psoriasis. Karger Kompass Dermatol 2017;5:195-199 URL: https://doi.org/10.1159/000481335 aufgerufen am 10.08.2021
        Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) / Bitte-berühren-Kampagne: Cremes, Shampoos und Co: Die richtige Hautpflege bei Schuppenflechte URL: https://psoriasis.bitteberuehren.de/schuppenflechte-behandeln/hautpflege/ aufgerufen am 05.08.2021
        Körber A, Wilsmann-Theis D, Augustin M, et al. Topische Therapie bei Psoriasis vulgaris – ein Behandlungspfad. J Dtsch Dermatol Ges. 2019 May;17 Suppl 4:3-14. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.13810 aufgerufen am 10.08.2021
        Nast A et al. Deutsche S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris Appendix A: „Topische Therapie, Phototherapie, Sonstige Therapien, Schnittstellendefinition“ Fortbestand der Empfehlungen vom Update 2015 URL: www.awmf.org aufgerufen am 10.08.2021
        National Psoriasis Foundation / Phototherapy URL: https://www.psoriasis.org/phototherapy/ aufgerufen am 10.08.2021
        Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) / Bitte-berühren-Kampagne: Innere Therapien: Hilfe bei mittelschweren und schweren Formen der Schuppenflechte URL: https://psoriasis.bitteberuehren.de/schuppenflechte-behandeln/innere-therapie/ aufgerufen am 05.08.2021
        Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) / Bitte-berühren-Kampagne: Innere Therapien: Konventionelle Systemtherapien gegen Schuppenflechte URL: https://psoriasis.bitteberuehren.de/schuppenflechte-behandeln/innere-therapie/#c1804 aufgerufen am 05.08.2021
        Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) / Bitte-berühren-Kampagne: Systemtherapie mit Biologika. URL: https://psoriasis.bitteberuehren.de/schuppenflechte-behandeln/innere-therapie/#c4579 aufgerufen am 05.08.2021
        European Medicines Agency (EMA): Bimzelx URL: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/bimzelx aufgerufen am 14.09.2021
        European Patients’ Academy on Therapeutic Innovation (EUPATI): Biologika Arzneimittel-F&E URL: https://toolbox.eupati.eu/resources/biologika/?lang=de aufgerufen am 10.08.2021
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