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Umgang mit Psoriasis

Umgang mit Psoriasis

Stärker als Psoriasis – wie kann ich gut damit leben?

Psoriasis ist zwar eine chronisch entzündliche Erkrankung, dennoch können Sie damit ein erfülltes und lebenswertes Leben leben. Andere Betroffene berichten davon, wie durch einen gesunden Körper und einen gesunden Geist sowie die Pflege von Beziehungen die Auswirkungen der Psoriasis verringert werden können. Auf dieser Seite finden Sie Anregungen, die Sie auf Ihrem Weg unterstützen können.

Welche Erfahrungen haben andere Betroffene gesammelt?

Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass niemand versteht, was Sie durchmachen – zumal wenn Sie niemanden kennen, der ebenfalls Psoriasis hat. Doch Sie sind nicht allein: In Deutschland sind 2 Millionen Menschen von Psoriasis betroffen

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und drei von Ihnen haben ihre persönliche Geschichte hier mit uns geteilt. Schauen Sie sich um – wahrscheinlich entdecken Sie viele Gemeinsamkeiten.

Veronika, 32 Jahre

„INS FITNESSSTUDIO ZU GEHEN, GIBT MIR KRAFT.“

Hallo ich heiße Veronika und habe seit eineinhalb Jahren Schuppenflechte.

Als meine Psoriasis zum ersten Mal ausgebrochen ist, war das sehr heftig: Mein ganzer Körper war von Flecken bedeckt – das war eine ziemlich traumatische Erfahrung. Nach und nach wurde es zum Glück weniger und im Sommer sind die Läsionen fast weggegangen. Vor Kurzem habe ich angefangen, ins Fitnessstudio zu gehen, was mir seelisch sehr guttut. Für meine Läsionen nutze ich manchmal ein topisches Medikament, insgesamt bevorzuge ich aber natürliche Cremes oder Öle. Insgesamt glaube ich nicht, dass meine Krankheit kampflos verschwinden wird –man muss einfach rausgehen und seinen Gefühlen Luft machen!“

Psoriasis-Betroffene Veronika lächelt in die Kamera
Psoriasis-Patientin Anne beim Teetrinken

Anne, 40 Jahre

„ICH HABE EINE WEILE GEBRAUCHT, UM MEINE ÄNGSTE ZU ÜBERWINDEN.“

Hallo, ich heiße Anne und bin von Beruf Lehrerin. Früher habe ich meine Knie und Ellbogen bedeckt, aber die Kleidung rieb an meiner Haut, verursachte Schmerzen und blutige Stellen. Jetzt lasse ich meine Läsionen unbedeckt, wenn ich zu Hause bin. Besonders im Sommer schämte ich mich für meine Psoriasis und versteckte sie so gut es ging – dabei gehe ich sehr gerne Schwimmen. Umso befreiender war es für mich, diese Scham endlich hinter mir zu lassen – aber ich brauchte Zeit und habe eine Verhaltenstherapie gemacht, um meine Angst- und Selbstwertprobleme zu überwinden. Mittlerweile habe ich meine Schübe mit verschiedenen Cremes und einigen Änderungen in meinem Lebensstil im Griff. In schlimmen Phasen hat mir eine Lichttherapie geholfen, und ich weiß für die Zukunft, dass es bei Schüben weiterhin diese Option für mich gibt.

Stefan, 63 Jahre

„WENN DIE BEHANDLUNG NICHT WIRKT, MUSS EBEN EINE ANDERE HER.“

Hallo, ich heiße Stefan und arbeite als Verkäufer. Durch den starken Juckreiz der Psoriasis litt ich jahrelang unter Schlafstörungen und war am Folgetag immer sehr erschöpft und gestresst – was sich wiederum negativ auf meine Haut auswirkte. Dagegen habe ich verschiedene Dinge ausprobiert:

Die Antihistaminika von meinem Hausarzt haben gut funktioniert und bei massiven Schüben haben sich kalte Wickel sehr bei mir bewährt. Was mein Hautbild und meine Gelenkschmerzen angeht, haben verschiedene Therapien keinen anhaltendenden Erfolg gebracht. Beispielsweise hat Methothrexat bei mir nur vorübergehend geholfen. Jetzt werde ich mit Biologika behandelt und es geht mir besser. Außerdem habe ich es mit Meditation versucht, konnte mich allerdings nicht darauf einlassen. Also habe ich versucht, eine passende Schlafroutine für mich zu finden und früh ins Bett zu gehen. Seitdem läuft es viel besser, auch wenn ich mal einen kleinen Schub bekomme.

Psoriasis-Betroffener Stefan beim gemeinsamen Essen mit Freunden

Was kann ich für meine seelische Gesundheit tun?

Psoriasis ist zwar eine körperliche Erkrankung, doch sie kann die seelische Gesundheit in Mitleidenschaft ziehen. Deshalb ist ein geduldiger Umgang mit ihr sehr wichtig. Auch wenn es Ihnen aktuell vielleicht schwerfällt: Eine entsprechende Einstellung, sowohl medizinisch und psychologisch als auch gesellschaftlich, kann sich mit der Zeit entwickeln – vor allem, wenn Sie herausfinden, was Ihnen gut tut. Dieses Wissen kann Ihnen Unsicherheiten und Ängste nehmen und Ihnen helfen, ein glücklicheres und produktiveres Leben zu führen. Denken Sie immer daran: Sie sind mehr als Ihre Psoriasis. Folgende Tipps können Ihnen bei der Bewältigung helfen:

Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen steigern

Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen steigern

Die Psoriasis kann Ihr Selbstwertgefühl beeinflussen, also wie Sie sich selbst ein- und wertschätzen. Denn die Hauterscheinungen können beispielsweise dazu führen, dass Sie sehr empfindlich in Bezug auf Ihr Aussehen werden – was durch negative Reaktionen unwissender Mitmenschen verstärkt werden kann. Indem Sie sich aber selbst und Ihr Umfeld über Ihre Psoriasis informieren, schaffen Sie Verständnis, können sich somit schützen und Ihr Selbstwertgefühl steigern.

Außerdem können Sie Ihr Selbstvertrauen stärken, um eine positivere Einstellung zu Ihrem Körper aufzubauen, zum Beispiel indem Sie

  • sich selbst besser kennenlernen, einschließlich Ihrer Stärken, Fähigkeiten und Werte,
  • den Glauben an sich selbst und an ein positives Gefühl gegenüber Ihrem Körper stärken,
  • eigene Problemlösungs- und Kommunikationsfähigkeiten weiterentwickeln.
Junges glückliches Paar spaziert im Regen durch den Park

Lebensqualität verbessern

Wenn die Psoriasis Ihre Lebensqualität beeinträchtigt, sollten Sie Ihren derzeitigen Behandlungsplan mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Prüfen Sie gemeinsam, ob die derzeitige Behandlung wirklich die beste Therapie für Sie ist. Außerdem kann es hilfreich sein, wenn Sie

  • mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, einer Psychologin oder einem Psychologen oder einer Therapeutin oder einem Therapeuten über Ihre Gefühle sprechen
  • sich Unterstützung bei einer Selbsthilfe-Gruppe in Ihrer Region suchen
  • Kontakt zu anderen Betroffenen aufnehmen, um einen positiveren Umgang mit der Psoriasis kennenzulernen.

Versuchen Sie auch, zusammen mit Freunden, die Sie akzeptieren, wie Sie sind, auszuspannen und etwas Schönes zu machen – das kann Ihnen viel Kraft geben.

Junger Mann spricht mit deinen Freunden über seine Schuppenflechte

Umfeld informieren

Unabhängig vom Schweregrad Ihrer Psoriasis ist es immer der beste Ansatz, offen und ehrlich mit dem Thema umzugehen. Erzählen Sie Menschen, die Ihnen wichtig sind, aber auch Ihren Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, dass die Psoriasis eine chronische, entzündliche Erkrankung ist. Hierbei können Sie sich an folgenden Punkten orientieren:

  • Psoriasis ist keine Infektion und auch kein Zeichen für schlechte Hygiene
  • Sie ist wie die meisten Erkrankungen behandelbar
  • Fragen zur Erkrankung und Austausch über Gefühle sind herzlich willkommen

Es gibt eine Reihe von Verbänden und Organisationen, die Informationsmaterial
zu einer Vielzahl von Psoriasis-Themen zum Download oder als Broschüren zur Verfügung stellen. Vielleicht kann es für Ihre Kolleginnen und Kollegen bspw. hilfreich sein, wenn Sie ein Poster zum Thema Psoriasis an Ihrem Arbeitsplatz aufhängen.

Junge Frau sitzt mit einem Mann am Tisch und teilt ihm mit, wie es ihr mit ihrer Psoraisis geht.

Über Gefühle sprechen

Sie müssen Ihre wahren Gefühle nicht verschweigen, wenn Sie gerade Probleme haben, mit der Psoriasis fertig zu werden – im Gegenteil: Wenn Sie erklären, wie Sie sich fühlen, besteht am ehesten die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die Unterstützung erhalten, die Sie benötigen:
  • Bauen Sie ein Netzwerk von Freunden und Familienmitgliedern auf, die Ihnen helfen können.
  • Scheuen Sie sich nicht nach emotionaler Unterstützung zu fragen, wenn Sie sie brauchen.
  • Nehmen Sie die Hilfe an, die ihnen angeboten wird, und geben Sie im Gegenzug Unterstützung, wenn der andere sie benötigt.
Darüber hinaus sollten Sie auch Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gegenüber offen sein. Bringen Sie bspw. unbedingt zur Sprache, wenn Sie der Meinung sind, dass ihre derzeitige Medikation keine ausreichende Symptomlinderung bewirkt. Nur so kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen helfen, aus den unterschiedlichen Optionen eine optimale Behandlungsmöglichkeit für Sie zu finden.
Niedergeschlagener, nachdenklicher Psoriasis-Patient sitzt allein in seinem Zimmer

Achtsam sein und Depressionen erkennen

Stimmungstiefs bis hin zu ernsthaften psychischen Problemen können jeden treffen. Doch bei Menschen mit Langzeiterkrankungen wie Psoriasis ist dies viel wahrscheinlicher. So sind Depressionen bei Betroffenen weit verbreitet.

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Mögliche Anzeichen sind:

  • Schlafstörungen
  • Traurigkeit oder Gefühle der Hoffnungslosigkeit
  • Wenig Energie
  • Vernachlässigung der Hobbys
  • Konzentrationsschwierigkeiten

Finden Sie sich hier wieder? Dann sollten Sie sich umgehend Hilfe suchen. Es kann schwierig sein, über diese Gefühle zu sprechen, doch medizinisches Fachpersonal wie eine Haus- oder Fachärztin oder ein Haus- oder Facharzt können Sie effektiv unterstützen und Ihnen helfen.

Welchen Einfluss hat Bewegung auf die Psoriasis?

Sich fit zu halten, lohnt sich für Psoriasis-Patienten aus vielen Gründen: Bewegung kann Ihnen helfen, gesundes Gewicht zu halten, was Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes senken kann.

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Zudem kann regelmäßiger Sport Ihr Stressempfinden reduzieren – das ist wichtig, da Stress zu erneuten Schüben und Juckreiz führen kann. Außerdem kann bei hohem Übergewicht die Behandlung von Psoriasis-Plaques durch Hautfalten erschwert werden. Im Folgenden haben wir ein paar hilfreiche Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie ein gesundes Gewicht erreichen und halten können:

Drei Freundinnen machen eine Kanufahrt am Fluss und haben Spaß.
  • Suchen Sie sich Sportarten, die Ihnen Spaß machen – so bleiben Sie am ehesten aktiv.
  • Ziehen Sie moderate Sportarten wie Yoga, Pilates, Walking oder Fitnesskurse in Betracht, auch Ausdauersportarten wie Wandern, Fahrradfahren oder Schwimmen werden von Experten empfohlen.
    [4]
  • Versuchen Sie regelmäßig Sport zu treiben – drei bis vier kurze Einheiten à 30 Minuten pro Wochen sind effektiver als zweimal im Monat für mehrere Stunden.
    [4]
  • Binden Sie die Sporteinheiten in Ihren Alltag ein, z.B. indem Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder zu Fuß gehen.
  • Verabreden Sie sich mit Freunden zum Sportmachen und vereinbaren Sie z.B. einen festen Wochentag dafür.
  • Ziehen Sie bequeme und atmungsaktive Kleidung an – so wird verhindert, dass sich Schweiß staut und sich Pilze und Bakterien ausbreiten können.
    [4]

Sprechen Sie Ihr Vorhaben in jedem Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab – gemeinsam können Sie eine geeignete Sportart und das richtige Pensum für Sie bestimmen.

Bewegungsübungen

Knieschwingen
Beinstrecker im Sitzen
Rumpfbeuge

Wo finde ich Anlaufstellen & Selbsthilfe?

Das Internet bietet eine Vielzahl an Informationen zur Psoriasis – es ist manchmal schwer, die jeweils relevanten herauszufiltern. Hier haben wir für Sie eine kleine Übersicht zu weiterführenden Links rund um das Thema Psoriasis und Selbsthilfegruppen zusammengestellt.

  1. Internetseite der Patientenorganisation Deutscher Psoriasis Bund e.V.:
    www.psoriasis-bund.de
  2. Online-Plattform des Vereins Psoriasis-Netz.de mit großer Online Community
    www.psoriasis-netz.de
  3. Internetseite der Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e.V.
    www.psoriasis-selbsthilfe.org
  4. Internetseite der Patientenorganisation Netzwerk Autoimmunerkrankter e.V (NIK e.V.)
    https://www.nik-ev.de/
  5. Internetseite der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband e.V. mit Informationen zu verschiedenen rheumatischen Erkrankungen unter anderem der Psoriasis-Arthritis
    www.rheuma-liga.de
  6. Bitte berühren - Eine Initiative gegen Schuppenflechte (Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD))
    https://psoriasis.bitteberuehren.de/
  7. Internetseite des Vereins zur Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Versorgung der Psoriasis-Patienten
    www.psonet.de

    Weitere Informationen für Sie zum Download

    Referenzen

    Augustin M et al. The German National Program on Psoriasis Health Care 2005–2015: results and experiences. Arch Dermatol Res. 2016;308:389–400.
    Nast A et al. S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris, adaptiert von EuroGuiDerm, Stand 19.02.2021, AWMF-Nr.: 013-001,2021. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/013-001.html. Letzter Zugriff: August 2021.
    Diabinfo. Das Diabetesinformationsportal. Metabolisches Syndrom. https://www.diabinfo.de/leben/typ-2-diabetes/grundlagen/metabolisches-syndrom.html. Letzter Zugriff: August 2021.
    Psoriasis-Netz. Ratgeber. Sport und Bewegung bei Schuppenflechte. https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/sport-und-bewegung-bei-schuppenflechte/. Letzter Zugriff: August 2021.
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