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Folge #2 – Anstoß zum PSA-Test

Einleitung – Prostatakrebsvorsorge und PSA-Wert

Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, heute sprechen wir über das wichtige Thema Vorsorge zur Früherkennung von Prostatakrebs. Wir sprechen auch darüber, warum die Bestimmung des PSA- Wertes bei der Früherkennung wichtig ist, obwohl dieser nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird. Mein Name ist Professor Dr. Axel Heidenreich. Ich bin seit 2015 in der Universitätsklinik Köln ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie und Leiter des uro-onkologischen Zentrums. Warum ist die Vorsorge zur Früherkennung vom Prostatakarzinom wichtig? Um Risiken für Prostatakrebs und mögliche bösartige Tumoren frühzeitig erkennen zu können, hat jeder gesetzlich versicherte Mann ab dem 45. Lebensjahr Anspruch auf eine jährliche Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Allerdings beinhaltet diese Früherkennung nur die digito-rektale Abtastung der Prostata und keine Bestimmung des PSA-Wertes. Warum aber ist die Bestimmung eines PSA-Wertes wichtig?

Warum sollte der PSA-Wert in die Vorsorgeuntersuchung miteinbezogen werden?

Nur die Kombination von PSA-Test und rektaler Untersuchung verbessert die Früherkennungsrate für Prostatakrebs gegenüber der alleinigen rektalen Untersuchung. Der PSA-Test erlaubt es zudem, besser das persönliche Risiko für einen Prostatakrebs abzuschätzen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen zur Klärung, wie beispielsweise eine Bildgebung mittels multiparametrischer Kernspintomographie oder aber eine Gewebeprobe der Prostata, anzustoßen. Zudem konnte in großen klinischen Untersuchungen nachgewiesen werden, dass ein intelligenter Einsatz des PSA-Wertes in der Vorsorgeuntersuchung das spätere Sterberisiko am Prostatakarzinom um bis zu 30 % absenkt.

Hintergrundwissen zum prostataspezifischen Antigen

Was bedeutet nun eigentlich PSA? PSA, ausgeschrieben das „prostataspezifische Antigen“, ist ein Eiweiß, das nur in der Prostatadrüse produziert wird. Im Krebsgewebe ist es deutlich höher konzentriert als in der gesunden Prostata. Ein erhöhter PSA-Wert deutet auf eine Veränderung der Prostatadrüse hin und ist hierbei eine mögliche aber nicht die einzige Ursache einer Krebserkrankung der Prostata. Bei etwa einem von vier Männern mit erhöhtem PSA-Wert wird durch die nachfolgende Entnahme einer Gewebeprobe ein Karzinom nachgewiesen. Wie läuft denn ein solcher PSA-Test ab?

Ablauf und Auswertung des PSA-Tests

Für den PSA-Test nimmt Ihnen die Ärztin oder der Arzt Blut ab, schickt es ins Labor und erhält ein Ergebnis meist innerhalb von ein bis spätestens zwei Tagen. Die Höhe des PSA-Wertes wird dabei in der Konzentration an Nanogramm pro Milliliter angegeben. Was passiert nun, wenn ein auffälliger Befund, das heißt ein erhöhter PSA-Wert, vorliegt? Nun, bei Patienten mit Prostatakarzinom ist der PSA-Wert meistens erhöht. Einen klaren Normalwert für alle Altersgruppen gibt es jedoch nicht. Der PSA-Wert steigt in aller Regel mit dem Alter basierend auf der langsamen, gutartigen Vergrößerung der Prostata stetig an.

Risikobestimmung anhand des PSA-Tests

Ausschlaggebend für eine Risikobeurteilung ist der sogenannte Basis-PSA-Wert, der bei Männern um das 50. Lebensjahr bei unter 1,0 Nanogramm pro Milliliter und bei Männern um das 60. Lebensjahr bei circa 2,0 Nanogramm pro Milliliter gelegen sein sollte. Werte darüber deuten auf ein erhöhtes Erkrankungsrisiko in den kommenden 15 bis 20 Jahren hin und machen angepasste Vorsorgeintervalle erforderlich. Wichtig für Sie zu wissen ist jedoch auch, dass ein einzelner erhöhter PSA-Wert nicht für einen Krebsverdacht ausreicht. Ist dieser Wert erhöht, rät man Ihnen zunächst, den Test wegen möglicher Fehlerquellen zu wiederholen. Denn, wie bereits gesagt, nicht nur Prostatakrebs, sondern auch gutartige Vergrößerungen oder Entzündungen der Prostatadrüse können zu einem Anstieg des PSA-Wertes führen.

Vorteile des PSA-Tests

Ein Vorteil der PSA-Früherkennung ist vor allen Dingen, dass dadurch Tumoren in einem frühen Stadium erkannt werden können. Das hat für den betroffenen Patienten zur Folge, dass zum einen eine Heilung gut möglich ist, da das Karzinom auf die Prostatadrüse begrenzt ist. Dass eine schonendere Therapie möglich ist und Komplikationen vermieden werden können. Und dass zu guter Letzt insgesamt weniger Männer am Prostatakarzinom versterben, wenn sie an der Früherkennung teilnehmen. Natürlich kann die PSA-Früherkennung auch mögliche Nachteile haben, die ich im Folgenden kurz darlegen möchte.

Nachteile des PSA-Tests

Langsam wachsende Tumoren, die nicht unbedingt unmittelbar behandelt werden müssten, werden entdeckt. Das kann zum einen zu einer seelischen Belastung des Betroffenen führen und zum anderen zu einer unnötigen Behandlung, die letztendlich nur Nebenwirkungen hervorruft. Tumoren können durch die PSA-Früherkennung früh erkannt werden, aber dennoch nicht heilbar sein, wenn sie sich bereits in einem lokal fortgeschrittenen Stadium befinden. Der Mann muss somit länger mit dem Wissen um eine unheilbare Erkrankung leben. Und zu guter Letzt kann es sein, dass das Testergebnis auffällig ist, das heißt, der PSA-Wert erhöht ist, obwohl kein Krebs vorliegt. Der getestete Mann wird somit unnötigerweise beunruhigt und muss möglicherweise unnötige Folgeuntersuchungen wie zum Beispiel eine Biopsie in Kauf nehmen.

Fazit zur PSA-Testung

Wichtig ist, dass Sie über die Vor- und Nachteile der Früherkennungsmaßnahmen aufgeklärt werden. Insbesondere sollten Sie über die Aussagekraft von positiven und negativen Testergebnissen sowie über gegebenenfalls erforderliche weitere Maßnahmen ausreichend gut informiert sein. Ich danke Ihnen fürs Zuhören und bleiben Sie gesund. Ich würde mich sehr freuen, Sie in meinem nächsten Podcast der Initiative Deine Manndeckung der Janssen-Cilag GmbH wieder begrüßen zu dürfen.

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