Unterschiede: HIV-Infektion und AIDS

Was sollte ich über HIV wissen?

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Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge waren Ende 2019 in Deutschland etwa 91.000 Menschen mit HIV infiziert. Von diesen wussten 88% von ihrer Infektion.
HIV ist eine sexuell übertragbare Erkrankung, und auch durch Blutkontakt kann eine Übertragung stattfinden.
Die Diagnose HIV verändert das Leben.
Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert.

Was ist eine HIV-Infektion und wann spricht man von Aids?

HIV steht für Humanes Immundefizienz-Virus. Das Virus befällt und zerstört Abwehrzellen des Körpers. Die Erkrankung verläuft in drei Phasen.

In der letzten Phase hat das Virus das Immunsystem so stark geschädigt, dass typische Folgeerkrankungen („Aids-definierende Erkrankungen“) einer HIV-Infektion auftreten. Dann spricht man von Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome: erworbenes Immunschwäche-Syndrom).

Typische Folgeerkrankungen sind bestimmte Erkrankungen des Nervensystems, Virusinfektionen, schwere Formen der Lungenentzündung, ausgedehnter Pilzbefall, bestimmte Tumorerkrankungen und starker Gewichtsverlust („Wasting-Syndrom“).

Krankheitsverlauf - die Phasen der HIV-Infektion

1. Akute Phase

Die ersten Anzeichen einer kürzlichen Infektion mit dem HI-Virus ähneln oft denen einer Grippe: Fieber, allgemeine Abgeschlagenheit, Lymphknotenschwellungen, Appetitverlust und Hautausschlag.[1] Diese Symptome treten bei 70─80 % der Betroffenen typischerweise etwa zwei Wochen nach der Ansteckung auf und können bis zu 14 Tage anhalten. Viele bemerken sie kaum oder halten sie für Zeichen eines, nicht durch das HI-Virus verursachten Infekts oder einer Reisekrankheit. Die Anzahl der Viren im Blut (Viruslast) kann während der akuten Phase auf mehrere Millionen Viren pro Mikroliter Blut ansteigen. Gerade in diesem frühen Stadium der Infektion kann ein:e Sexualpartner:in leicht infiziert werden, da auch im Sperma bzw. dem Scheidensekret besonders viele Viren vorhanden sind. Gleichzeitig kommt es zu einem vorübergehenden Abfall der CD4-Zellen (T-Helferzellen).[1][2]

2. Chronische Phase

Ein paar Wochen nach der Infektion gewinnt das Immunsystem jedoch wieder die Oberhand, die Viruslast sinkt und es beginnt eine unterschiedlich lange Phase ohne spürbare Symptome, die einige Jahre andauern kann. Doch auch wenn die infizierte Person noch keine Krankheitszeichen verspürt, verringert sich allmählich die Zahl für die Immunabwehr des Menschen wichtigen CD4-Zellen und die Viruslast steigt erneut an.[3] Es können unspezifische Symptome auftreten, z. B. lang andauernde Lymphknotenschwellungen an mehreren Stellen (z. B. unter den Achseln, in der Leistengegend), starker Nachtschweiß und anhaltende Durchfälle.[2]

Wenn jetzt nicht mit antiretroviralen Medikamenten behandelt wird, nimmt die Widerstandskraft der körpereigenen Abwehr immer mehr ab und kann sich irgendwann gegen eigentlich harmlose und normalerweise leicht zu bekämpfende Krankheitserreger nicht mehr wehren. Es kommt zu sogenannten „opportunistischen Infektionen“ und die Erkrankung geht ins Aids-Stadium über.[4]

3. Aids-Stadium

Das Krankheitsbild Aids ist u. a. durch das Auftreten Aids-definierender Erkrankungen, z. B. bestimmter „opportunistischer“ Infektionen, charakterisiert.[4] Bakterien, Pilze und Viren, die bei einem gesunden Menschen nur selten eine Erkrankung verursachen, können sich aufgrund der Immunschwäche weitgehend ungehindert vermehren und für Aids typische Krankheiten auslösen. Beispiele hierfür sind die zu Beginn der Aids-Epidemie in den 1980er Jahren gehäuft aufgetretene Pneumocystis-jiroveci-Pneumonie (PJP), eine seltene Form der Lungenentzündung, und Infektionen des Gehirns durch Toxoplasmose-Erreger. Außerdem beobachtete man bestimmte Krebserkrankungen (z. B. Kaposi-Sarkom, Lymphome), ebenfalls als Folge des geschwächten Immunsystems.

Insbesondere zwei Laborwerte – das Absinken der CD4-Zellen und der Anstieg der Viruslast – weisen auf eine beginnende Immunschwäche hin. Die Entwicklung zum Vollbild Aids kann heute fast immer verhindert werden, wenn rechtzeitig mit antiretroviralen Medikamenten behandelt wird. Aus diesem Grund ist ein HIV-Test überaus sinnvoll, wenn man unsicher ist, ob möglicherweise eine Infektion besteht.[2]

Auf dem Weg zu einer Welt ohne Aids bis 2030 – die Ziele der Vereinten Nationen

2014 gab das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) Etappenziele für ein Ende der HIV-Epidemie bis 2030 heraus.[5] Bis zum Jahr 2020 sollten weltweit 90 % der Infizierten ihren HIV-Status kennen, 90 % eine antiretrovirale Therapie (ART) nehmen und von diesen 90 % eine Viruslast unter der Nachweisgrenze erreichen („90-90-90“-Ziele). Doch weltweit wurden diese Ziele nicht erreicht. Um die Aids-Epidemie dennoch bis 2030 beenden zu können, formulierte UNAIDS neue, anspruchsvollere Zwischenziele bis 2025.[6][7]

Was noch vor einigen Jahren wie ein schöner Traum wirkte, ist zumindest in Deutschland und anderen Ländern inzwischen zu einem realistischen Ziel geworden: Das Ende der Aids-Epidemie rückt in greifbare Nähe. Dies konnte durch Aufklärung, Verhaltensänderungen und vor allem durch Fortschritte in der medikamentösen Behandlung der HIV-Infektion erreicht werden. Denn sinkt infolge der Behandlung die Viruslast des/der Betroffenen unter die Nachweisgrenze, sind Ansteckung und Erkrankung weitgehend ausgeschlossen (Schutz durch Therapie).[8]

Die UNAIDS-Ziele bis 2025

Die Ziele bilden drei zentrale Pfeiler, bei denen laut UNAIDS besonders von HIV und Aids bedrohte und betroffene Schlüsselgruppen sowie die Menschenrechte im Mittelpunkt bis 2025 stehen sollen:[6][7]

  • Befähigendes Umfeld – die „10-%“-Ziele
    Gesellschaftliche und juristische Hürden sollen beseitigt werden, die den Zugang zu HIV-Angeboten behindern. Weniger Menschen insbesondere aus Schlüsselgruppen sollen Stigmatisierung und Diskriminierung erleben.
  • Zugang zu Gesundheitsangeboten – die „95-%“-Ziele
    Die „90-90-90“-Ziele (siehe oben) werden verschärft (95 % der Menschen mit HIV haben eine Diagnose, 95 % werden mit HIV-Medikamenten behandelt, 95 % davon erfolgreich). Zusätzlich liegt das Augenmerk auf dem Schutz vor Übertragung des Virus, u. a. auf Kinder.
  • Integration der Angebote – das „90-%“-Ziel
    HIV-Prävention und Versorgung von Menschen mit HIV sind eng mit anderen Angeboten zu verknüpfen, damit von HIV und Aids besonders bedrohte und betroffene Gruppen gesund und nachhaltig leben können.
Die UNAIDS-Ziele bis 2025

Kein Aids für alle – ein realistisches Ziel?

Weltweit haben erst wenige Länder, einschließlich Deutschland, die ursprünglichen UNAIDS-Ziele erreicht, viele haben sie nur knapp verfehlt. Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge waren Ende 2020 in Deutschland etwa 91.000 Menschen mit HIV infiziert, 97 % davon medikamentös behandelt. Bei 96 % der Behandelten war die Therapie erfolgreich, d. h. die Viruslast lag unter der Nachweisgrenze. Es wird angenommen, dass sich in Deutschland im Jahr 2020 ca. 2.000 Menschen neu mit HIV infiziert haben.[9][10]

Obwohl Deutschland damit im internationalen Vergleich gut dasteht, werden hierzulande noch immer nicht alle HIV-Infizierten ausreichend wirksam behandelt und sind daher potenziell ansteckend. Viele Betroffene wissen nichts von ihrer Infektion und bei etwa der Hälfte wird die Diagnose erst spät bei fortgeschrittener Erkrankung (sogenannte „Late Presenter“) festgestellt.[10][11] Und selbst in Deutschland kann der Zugang zu HIV-Test und Behandlung vor allem für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie z. B. Migrant:innen und drogengebrauchende Personen ein Problem darstellen.

Initiativen wie die „Fast Track City Initiative Ending Aids“ sollen die Lücke zwischen den Zielen und der Realität schließen. Die teilnehmenden Großstädte, u. a. Berlin, haben sich hierbei zu Maßnahmen etwa zur Vermeidung einer Infektion (z. B. Kondomgebrauch und PrEP) oder zur Frühdiagnose von HIV-Infektionen verpflichtet.[12]

Autoren- & Quellinformationen

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Referenzen

Interview mit Dr. Camilla Leithold zum Thema „Ernährung bei Krebs.“
Deutsche Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft: Blauer Ratgeber Ernährung bei Krebs. Abrufbar unter https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Ernaehrung-bei-Krebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf.. Letzter Zugriff am 23.02.2021.
Ist zu viel Vitamin D schädlich? Robert-Koch-Institut, Stand: 17.12.2018, Abrufbar unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/FAQ11.html. Letzter Aufruf am 15.07.2022
Krebsgesellschaft: Nahrungsergänzungsmittel bei der Krebstherapie: Sinnvolle Ergänzung oder unterschätzte Gefahr? Abrufbar unter https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/nahrungsergaenzung-in-der-krebstherapie.html. Letzter Zugriff am 23.02.2021.
Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: Richtig trinken bei der Krebstherapie. Abrufbar unter https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/ernaehrung/ernaehrung-trinken.php. Letzter Zugriff am 23.02.2021.
Deutsche Krebsgesellschaft: Mundschleimhautentzündung als Nebenwirkung einer Krebstherapie. Abrufbar unter https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal-basis-informationen-krebs-nebenwirkungen-der-therapie-mundschleimhautentz%C3%BCndung.html. Letzter Zugriff am 23.02.2021.
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Betanet: Haushaltshilfe. Abrufbar unter https://www.betanet.de/haushaltshilfe.html. Letzter Aufruf am 23.02.2021.
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