Familienplanung mit CED

Die Entscheidung ist gefallen: Ihr habt beschlossen, dass ihr Eltern werden möchtet. Herzlichen Glückwunsch! Aber gerade im Zusammenhang mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie einem Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa können Fragen auftreten. Wir beantworten euch einige davon, damit ihr ganz entspannt euren Traum von der eigenen kleinen Familie verwirklichen könnt.

Familienplanung

Tipp: Hallo Baby!

Du leidest unter Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und wünschst dir Kinder? Falls du unsicher bist, wie sich die Erkrankung und ein Kinderwunsch vereinbaren lassen, hilft es, sich zu informieren. Hier findest du einige Tipps und Tricks.

Schwangerschaft mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Eine CED ist nicht direkt vererbbar. Allerdings haben Kinder von Morbus-Crohn- bzw. Colitis-ulcerosa-Patienten ein erhöhtes Risiko, dieselbe Diagnose zu erhalten: Wenn ein Elternteil an Morbus Crohn erkrankt ist, liegt das Risiko, dass das Kind die Erkrankung ebenfalls entwickelt, bei ca. 13 Prozent. Im Falle eines Elternteils mit Colitis ulcerosa hat das Kind ein Risiko von etwa fünf Prozent, auch an Colitis ulcerosa zu erkranken.

Prinzipiell gibt es keine medizinischen Gründe, die dagegensprechen, dass du Mutter oder Vater wirst. Natürlich können die Krankheitssymptome, wie beispielsweise Durchfall oder Krämpfe, die sexuelle Aktivität hemmen. Auch kann bei Frauen die Fruchtbarkeit während einer Schubphase herabgesetzt sein. Männer können gelegentlich an Fisteln oder Abszessen leiden, die die Erektion und den Samenerguss beeinträchtigen können.

Ein Kind zeugen mit CED 

Die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu zeugen, ist in der entzündungsfreien Phase von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa am höchsten. Wenn ihr den Entschluss gefasst habt, ein Kind zu bekommen, solltest du dich eng mit deinem Facharzt abstimmen: Einige Medikamente müssen frühzeitig abgesetzt werden, andere dürfen weiter eingenommen werden. Zugleich soll deine medizinische Versorgung in Bezug auf deine chronisch-entzündliche Darmerkrankung weiterhin optimal sein. Die Chancen für eine Schwangerschaft stehen am besten, wenn du entspannt bist und ein erfülltes Sexleben hast – ob du nun an einer CED leidest oder nicht. Sprich offen und ehrlich mit deinem Partner! Je sicherer und wohler du dich in deiner Haut fühlst, umso entspannter kannst du dich mit dem Thema Schwangerschaft auseinandersetzen.

Eltern werden mit CED 

Der Krankheitsverlauf einer CED während der Schwangerschaft ist primär von der Aktivität der Erkrankung zum Zeitpunkt der Befruchtung abhängig: Hast du zum Zeitpunkt der Befruchtung keinen Schub, liegt das Risiko für ein Rezidiv (einen erneuten Schub) im Laufe der Schwangerschaft ähnlich hoch wie bei nicht schwangeren Frauen mit CED.

Ist die Krankheitsaktivität zum Beginn der Schwangerschaft jedoch hoch, ist auch die Wahrscheinlichkeit für einen Schub in der Schwangerschaft erhöht. Erneute Schübe von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa treten meistens in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten auf. Teilweise werden diese frühen Rezidive durch das Absetzen der Medikamente ausgelöst. Daher solltest du versuchen, deine Schwangerschaft zu planen. So kannst du die Chance erhöhen, dass der Zeitpunkt der Befruchtung in einer Phase mit möglichst geringer Krankheitsaktivität liegt.

Stillzeit und Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa

Auch in der Stillzeit solltest du auf medikamentöse Behandlung weitgehend verzichten, da die Medikamente über die Muttermilch auf das Kind übergehen können. Ist eine Behandlung notwendig, etwa wenn du einen akuten Schub bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn hast, solltest du unter Umständen abstillen. Hier gilt wieder: Sprich mit deinem Arzt. Er kann dich beraten und dir aufzeigen, welche Möglichkeit für dich und dein Baby die beste ist.

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