Nährstoffe und CED

Unser Körper benötigt Nährstoffe, um zu funktionieren. Wenn du an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie einem Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa leidest, solltest du auf eine ausreichende Nährstoffversorgung achten, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Ernährung

Tipp: Achte auf deine Nährstoffaufnahme!

Bei einer Colitis ulcerosa und einem Morbus Crohn kann die Aufnahme von Nährstoffen verkompliziert sein – umso wichtiger ist es, dass du deinem Körper genügend und die richtigen Nährstoffe zuführst.

Wie kommt es bei einer CED zu Nährstoffmangel?

Beim Sport, während der Arbeit oder einfach zum Atmen: Damit unser Körper normal arbeiten kann, brauchen wir die unterschiedlichsten Nährstoffe. Aufgenommen werden diese zumeist durch das Essen und Trinken, bevor sie im Magen-Darm-Trakt verstoffwechselt werden.

Wenn du an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leidest, musst du besonders darauf achten, dass du ausreichend Nährstoffe zu dir nimmst. Denn je nachdem, welche Darmabschnitte von der Entzündung betroffen sind, können Eisen, Magnesium & Co. nicht vollständig aufgenommen werden. Außerdem erhöht sich gerade während eines Schubs der Nährstoffbedarf. Hinzu kommt, dass du bei Durchfall auch Mineralien und Vitamine verlierst. Vielleicht verschlagen dir die Schmerzen auch den Appetit, sodass du weniger isst, oder du meidest intuitiv bestimmte Lebensmittel, weil sie dir in akuten Phasen möglicherweise nicht guttun. Daher kann es bei CED leicht zu Mangelerscheinungen kommen.

Schnelle Hilfe bei Nährstoffmangel

Wenn du an einer CED leidest, gibt es Nährstoffe, die für dich von besonderer Wichtigkeit sind. Viele der Symptome eines Nährstoffmangels gleichen denen einer Colitis ulcerosa oder eines Morbus Crohn. Daher ist es wichtig, dass dein Arzt zunächst einmal feststellt, was genau dir fehlt, bevor du mit einer Therapie beginnst. Sprich immer erst mit deinem Arzt, bevor du deine Ernährung umstellst oder auf  Nahrungsergänzungsmittel oder Supplemente zurückgreifst. Er kann untersuchen, welche Nährstoffe dir konkret fehlen, und dann entscheiden, welche Vorgehensweise die richtige für dich ist. Denn bei manchen Betroffenen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung funktionieren herkömmliche Methoden zur Nährstoffzufuhr nicht – etwa weil ihr Darm nicht ausreichend Nährstoffe aufnimmt, ihnen ein Stück des Organs entfernt wurde oder weil sie zum Beispiel Eisenpräparate nicht vertragen.

 

Hier siehst du, welche Nährstoffe dein Körper braucht und in welchen Lebensmitteln sie enthalten sind:

 

 

Vitamin B12

Ein Mangel an Vitamin B12 kann auftreten, wenn das Ileum (Krummdarm, der untere Teil des Dünn-darms) des Patienten entfernt wurde. Denn dort wird Vitamin B12 aus der Nahrung aufgenommen.

Symptome

Die Symptome eines Vitmin-B12-Mangels sind vielfältig und unspezifisch, langfristig aber gravierend. Neben Blutarmut und damit einhergehender Blässe kann auch das sogenannte „Ameisenlaufen“ an Armen und Beinen auftreten, zudem sind Schwindel und Kopfschmerzen gängig.

Das kannst du tun

 Patienten, deren Vitamin-B12-Mangel durch die Entfernung des Ileums begründet ist, sind auf eine parenterale Verabreichung des Vitamins über eine Magensonde angewiesen.

 

 

Zink

Zink wird über den Dünndarm aufgenommen. Ein gesunder Mensch kann seinen Zinkbedarf ohne Weiteres über eine abwechslungreiche Nahrung decken. Ist der Darm jedoch permanent entzündet, kann der Körper das Zink möglicherweise nicht gut aufnehmen.

 Symptome

Zinkmangel kann sich durch verschiedene Symptome äußern, wie beispielsweise Durchfall, aber auch eine höhere Infektanfälligkeit, Hautprobleme, Stimmungsschwankungen und eine verschlechterte Wundheilung.

Das kannst du tun

Zink ist vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten, wie etwa Kalbfleisch, verschiedenen Käsesorten oder Austern. Doch auch Paranüsse, Erdnüsse, Sonnenblumenkerne und Haferflocken sind gute Zinklieferanten. Zudem lässt sich Zink auch über Nahrungsergänzung aufnehmen.

Wichtig

Eine Überdosis kann sich gesundheitsschädlich auswirken. Wenn du auf Nahrungsergänzungsmittel wie etwa Trinknahrung zurückgreifen möchtest, sprich vorher mit deinem Arzt.

 

 

Vitamin B9 / Folsäure

Folsäure benötigt der Körper für die Zellteilung sowie für Wachstumsprozesse. Vor allem Schwangere haben einen erhöhten Folsäurebedarf – ohne eine ausreichende Versorgung können Schäden bei der Entwicklung von Blut, Zellen und DNA entstehen. Dauerhafter Folsäuremangel führt zu Blutarmut (Anämie).

Symptome

Ähnlich wie bei einer Anämie, die durch Eisenmangel entsteht, leiden Betroffene an Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Typisch ist auch eine entzündliche Veränderung der Zunge sowie eine verstärkte Blutungsneigung, da der Körper infolge der Unterversorgung zu wenig Blutplättchen bildet.

Das kannst du tun

Folsäure ist vor allem in grünem Blattgemüse enthalten (folium, lat. „Blatt“), au-ßerdem in Tomaten, Spargel, Kohl und Hülsenfrüchten – die letzteren solltest du als CED-Patient eher nicht essen, da sie stark blähen. Auch Eigelb enthält Folsäure, zudem ist Speisesalz oft Folsäure zugesetzt.

 

 

Eiweiß / Proteine

Bei den für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa typischen Durchfällen verlierst du viele Eiweiße. Wir benötigen sie für fast alles, was in unserem Körper passiert – sie stecken in jeder unserer Körperzellen. Bei CED kann der entzündete Darm häufig weniger Proteine aufnehmen. Das führt dazu, dass du mehr aufnehmen musst.

Symptome

Wenn dein Körper nicht ausreichend viel Eiweiß erhält, holt er sich den fehlenden Nährstoff aus den Körperzellen. Haut, Haare und Fingernägel werden spröde, du wirst träge, schläfst aber nicht gut, und du bist ständig hungrig. Zudem ist es möglich, dass du Gewicht verlierst und häufiger krank bist.

Das kannst du tun

Eiweiß ist in vielen Lebensmitteln enthalten, vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Eiern und Milchprodukten. Doch auch pflanzliche Nahrungsmittel, die für viele CED-Patienten bekömmlich sind, enthalten Eiweiß, zum Beispiel Getreidesorten wie Quinoa, Amaranth, Reis, Weizen und Hafer, aber auch Nüsse und Samen. Hülsenfrüchte sind ebenfalls echte Protein-bomben, aber bei CED eher nicht zu empfehlen, da sie stark blähen.

 

 

Eisen

Eisenmangel entsteht bei CED-Patienten aus verschiedenen Gründen: Zum einen durch den Blutverlust, der mit den chronischen Durchfällen oftmals einhergeht, zum anderen aber auch durch die krankheitsbedingt eingeschränkte Eisenaufnahme des Körpers. Das kann im schlimmsten Fall zu Anämie (Blutarmut) führen.

Symptome

Menschen mit Eisenmangel leiden unter Müdigkeit und Abgeschlagenheit – Symptome, die für CED-Patienten grundsätzlich zutreffen. Daher solltest du regelmäßig deine Blutwerte überprüfen lassen. Ein Indikator für Eisenmangel können ein Kribbeln und/oder Empfindungsstörungen in den Händen und Füßen sein.

Das kannst du tun

Eisenhaltige Lebensmittel können einem Mangel vorbeugen: zum Beispiel rotes Fleisch, Vollkornprodukte, Nüsse und Kerne sowie Gemüsesorten wie Mangold, Zucchini, Fenchel, Feldsalat, Rucola, Spinat oder auch Grünkohl und Rosenkohl – falls diese dir bekommen. Im Reformhaus kannst du auch eisenhaltige Säfte kaufen. Eisentabletten sind häufig schwer verdaulich und haben entsprechend Nebenwirkungen.

 

 

Magnesium

Insbesondere bei Morbus Crohn kommt es häufiger zu Magnesiummangel, der meist auf eine gestörte Aufnahme des Mineralstoffs aus dem Dünndarm zurückzuführen ist. Außerdem stehen verschiedene Medikamente, darunter auch cortinsonhaltige Präparate, mit einem Magnesiummangel in Verbindung.

Symptome

Die Anzeichen für Magnesiummangel sind teilweise nicht eindeutig. Unkontrolliertes Flattern der Augenlider und häufige Muskelkrämpfe sind jedoch ein Indiz dafür, dass es dir an dem wichtigen Mineralstoff fehlen kann.

Das kannst du tun

 Magnesium findet sich beispielsweise in Getreideprodukten, grünem Gemüse, Nüssen und Kernen. Auch Hülsenfrüchte enthalten Magnesium. Aufgrund ihrer blähenden Wirkung können sie bei CED jedoch kontraproduktiv sein. Magnesium lässt sich auch über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen. Doch Vorsicht: Zu viel Magnesium kann zu Durchfall führen. Daher solltest du vorher mit deinem Arzt klären, welche Dosis für dich richtig ist.

 

 

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