Krebserkrankungen

Sie selbst sind an Krebs erkrankt oder jemand aus Ihrem Umfeld ist betroffen? Sie wünschen sich ausführliche und zuverlässige Informationen? Willkommen auf unseren Seiten.

Was ist Krebs eigentlich?

Krebs liegt vor, wenn eine Zelle des Körpers entartet und zu einer bösartigen, einer sogenannten „malignen“ Zelle wird. Bei einer solchen Zelle ist das Erbgut (Genom) verändert. Normalerweise greifen in diesem Fall die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers und verhindern die Entstehung einer Krebserkrankung.

Aber bei wiederholten oder mehreren kombinierten erbgutschädlichen Einflüssen wird das Genom der Zelle zu stark geschädigt und bösartige Tumorzellen bilden sich, die sich den Kontroll- und Reparaturmechanismen des Körpers entziehen können.  Diese Zellen geben die Veränderungen im Erbgut bei der Zellteilung  an ihre Tochterzellen weiter. Diese vermehren sich dann eigenständig und unkontrolliert, sodass Krebs entsteht.

Zu den Ursachen von Krebs zählen vor allem äußere Einflüsse wie chemische Substanzen, Viren und Strahlen. Somit hat jemand, der sich zum Beispiel häufig einer starken Sonnenstrahlung aussetzt und raucht, ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Auch mit dem Alter nimmt das Krebsrisiko stetig zu. Außerdem kann eine genetische Veranlagung für die Entstehung einer Krebserkrankung von den Eltern auf ihre Kinder weitervererbt werden.

Krebs ist allgegenwärtig: Die Diagnose Krebs wird allein in Deutschland fast 500.000 Mal im Jahr ausgesprochen.1 Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, an einer bestimmten Krebsart zu erkranken, kann auch vom Geschlecht abhängig sein: Während Männer am häufigsten von Prostata- und Lungenkrebs betroffen sind, ist es bei Frauen häufiger Brust- und Darmkrebs.1

Bei der Wahl der richtigen Therapie einer Krebserkrankung spielt die genaue Bestimmung der Krebsart nach Entstehungsort, Zelltyp und genetischen Eigenschaften eine zentrale Rolle. Dem Onkologen stehen eine Vielzahl von Therapieoptionen zur Verfügung – der fortschreitenden medizinischen Forschung sei Dank. Neben der Strahlentherapie kann die Wahl zum Beispiel auf die wohl bekannteste Therapieform bei Krebs, die Chemotherapie, fallen. Operative Therapien, bei denen Tumorgewebe entfernt wird, werden oft mit anderen Therapiearten kombiniert. Die neueste Entwicklung in der Behandlung von Krebs sind „zielgerichtete“ Therapien, die auf der Basis von modernen Untersuchungsmethoden typische Veränderungen der bösartigen Zellen identifizieren und sie mithilfe von speziell entwickelten Medikamenten punktgenau angreifen.

So individuell die Entscheidung für die passende Krebstherapie bei jedem einzelnen Patienten ist, so individuell sind sicher auch Ihre Fragen und Sorgen rund um das Thema Krebs. Auf unseren Themenseiten zu den jeweiligen Krebsarten finden Sie deshalb umfassende Informationen und wertvolle Tipps, die Ihnen Halt und Orientierung geben können.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland: Im Jahr 2016 wurden 58.780 Neuerkrankungen entdeckt.1 Die bösartigen Zellen wachsen bei dieser Erkrankung in der Regel langsam, sodass sie durch Früherkennungsmaßnahmen oftmals noch in frühen Stadien, in denen Patienten häufig noch keine Symptome spüren, entdeckt werden kann. Schreitet die Krankheit aber weiter fort, können Beschwerden wie Schmerzen beim Wasserlassen, ein abgeschwächter Harnstrahl oder schmerzhafte Ejakulationen auftreten.9

Das Multiple Myelom entsteht, wenn sich eine Plasmazelle bösartig verändert und im Knochenmark ungebremst vermehrt. Die Erkrankung gehört es zu den Krebserkrankungen des blutbildenden Systems. Die entarteten Plasmazellen sorgen für eine verringerte Knochenstabilität, was Knochenbrüche zur Folge haben kann. Auch das Immunsystem wird geschwächt, sodass sich Betroffene oft müde fühlen und unter häufigen Infektionen leiden.2

Bei einer Akuten Myeloischen Leukämie verdrängen die funktionslosen Vorstufen der roten und weißen Blutkörperchen die gesunden Blutzellen, die für den Sauerstofftransport, die Infektionsabwehr und die Blutgerinnung zuständig sind. Symptome wie das Auftreten vermehrter Infektionen, Schwächegefühl und Blutungen können die Folge sein.4

Die Chronische Lymphatische Leukämie ist ein Blutkrebs, bei dem sich funktionslose B-Lymphozyten, eine Unterart der weißen Blutkörperchen, unkontrolliert vermehren und so die gesunden Blutzellen im Knochenmark, im Blut und im lymphatischen System verdrängen. Zu Beginn der CLL treten häufig noch keine Symptome auf, im späteren Verlauf kann es zu unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Gewichtsverlust oder häufigen blauen Flecken kommen. Weil sich die krankhaft veränderten B-Lymphozyten im lymphatischen System ansammeln, kann auch die Vergrößerung von Lymphknoten, Milz und Leber ein Krankheitszeichen sein.3

Wie bei der Chronischen Lymphatischen Leukämie kommt es auch bei der sehr seltenen Erkrankung Morbus Waldenström zu einer unregulierten Vermehrung von entarteten, funktionslosen B-Lymphozyten, die sich im lymphatischen System sowie im Knochenmark ansammeln, wo sie die Bildung von gesunden Blutzellen stören. Außerdem produzieren die B-Lymphozyten den Antikörper Immunglobulin M im Übermaß, was zu Durchblutungsstörungen und zu Schädigungen der Nerven führen kann.6

Die Krebserkrankung der Eierstöcke wird bei etwa 7.400 Frauen in Deutschland pro Jahr diagnostiziert.1 Da der Tumor sich zunächst im freien Bauchraum ausbreiten kann, verspüren die Betroffenen zu Beginn kaum Beschwerden, sodass er häufig erst entdeckt wird, wenn er bereits fortgeschritten ist. Mögliche Symptome sind Verdauungsbeschwerden, eine Zunahme des Bauchumfangs oder abnorme Blutungen sowie ein unregelmäßiger Zyklus.8

Im Laufe ihres Lebens erkrankt jede achte Frau an Brustkrebs.1 Bei dieser Krebsart, die fachsprachlich auch als Mammakarzinom bezeichnet wird, sind es die Zellen in der Brustdrüse, die sich bösartig verändern und ungehemmt vermehren. In frühen Stadien der Tumorerkrankung treten oftmals keine Schmerzen oder Beschwerden auf – deshalb sollten Frauen an der jährlichen Vorsorgeuntersuchung teilnehmen. Ein großer Teil der Brustkrebsfälle wird jeodoch von Frauen selbst entdeckt, entweder zufällig oder bei einer Selbstuntersuchung der Brust. Diese sollte jede Frau regelmäßig durchführen und dabei die Brust systematisch abtasten, am besten einmal im Monat. Bei Frauen vor den Wechseljahren ist eine Woche nach Beginn der letzten Regelblutung der beste Zeitpunkt, da die Brust dann besonders weich ist und Knoten leichter entdeckt werden können.7

Hier erhalten Sie weitere Informationen

Alles eine Frage der richtigen Taktik – auch bei Prostatakrebs. Erfahren Sie hier mehr über die Vor- und Nachteile der Früherkennung von Prostatakrebs und den Ablauf einer solchen Untersuchung.

Machen Sie sich schlau!

Die Diagnose Krebs ist zunächst ein SchockDeshalb lassen wir Sie nicht allein, sondern begleiten Sie mit umfangreichen und seriösen Informationen zu verschiedenen Krebsarten. Gleichzeitig stehen wir Ihnen mit wertvollen  Tipps für den Alltag mit Krebs zur Seite,  über 80 Videos vermitteln Wissen und praktische Hilfen. Ein Ärzteverzeichnis mit mehr als 500 onkologischen Praxen listet Fachärzte in Ihren Nähe auf.   Wir bringen Sie zusätzlich, wenn Sie das wünschen, in den Austausch mit anderen starken Patienten.

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Referenzen

  1. https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2019/krebs_in_deutschland_2019.pdf?__blob=publicationFile (zuletzt zugegriffen am 24.04.2020)
  2. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/multiples-myelom/@@guideline/html/index.html (zuletzt zugegriffen am 24.04.2020).
  3. https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/leukaemie/definition-und-haeufigkeit.html (zuletzt zugegriffen am 24.04.2020).
  4. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/akute-myeloische-leukaemie-aml/@@guideline/html/index.html (zuletzt zugegriffen am 24.04.2020).
  5. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/mantelzell-lymphom/@@guideline/html/index.html (zuletzt zugegriffen am 24.04.2020).
  6. https://lymphome.de/morbus-waldenstroem (zuletzt zugegriffen am 24.04.2020).
  7. https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/frueherkennung/selbstuntersuchung-der-brust.html (zuletzt zugegriffen am 24.04.2020).
  8. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/eierstockkrebs/ (zuletzt zugegriffen am 24.04.2020).
  9. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/prostatakarzinom (zuletzt zugriffen am 24.04.2020).