Autoimmunerkrankungen

Wie funktioniert unser Immunsystem?

Um Autoimmunerkrankungen zu verstehen, ist eine grundlegende Kenntnis über die natürlichen Funktionen des Immunsystems von Vorteil. Unser Immunsystem ist das körpereigene Abwehrsystem, das uns vor Krankheitserregern und anderen schädlichen Einflüssen schützen soll. Dabei kann es zwischen körpereigenen Stoffen und Fremdkörpern anhand von Antigenen auf deren Oberfläche unterscheiden. Erkennt das Immunsystem körpereigene, gesunde Zellen, kommt es normalerweise nicht zu einer Immunreaktion. Körperfremde oder entartete Strukturen lösen dagegen eine Abwehrreaktion aus. Unser Immunsystem bildet daraufhin spezialisierte Antikörper, die als Abwehrproteine fungieren und sich mit den körperfremden Antigenen spezifisch verbinden können. Auf diese Weise werden beispielsweise Viren oder Bakterien „markiert“, damit diese wiederum mit Hilfe von anderen Immunzellen gezielt bekämpft werden können. Theoretisch können Antikörper 100 Millionen Fremdstoffe und Krankheitserreger erkennen – ein kleines Wunder unseres Körpers!

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Es kann passieren, dass das Immunsystem außer Kontrolle gerät und sich die Immunantwort fälschlicherweise gegen den eigenen Körper richtet. In diesen Fällen spricht man von einer Autoimmunerkrankung. Bei Autoimmunerkrankungen entwickelt das Immunsystem eine Abwehrreaktion gegen die körpereigenen, gesunden Zellen und bildet gegen diese sogenannte Autoantikörper. Durch diese Autoimmunreaktion werden die betroffenen Strukturen im Körper stark geschädigt.

Etwa 140 verschiedene Autoimmunerkrankungen kennen wir bislang. Alleine in Deutschland sind schätzungsweise 10 bis 15 Millionen Menschen betroffen.

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Es gibt Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen ein einzelnes Organ richtet. Ein Beispiel dafür ist die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa, bei der die Darmschleimhaut vom Immunsystem angegriffen wird. Autoimmunerkrankungen können aber auch systemisch sein und verschiedene Organe betreffen, wie bei der Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis. Hier ist oft nicht nur die Haut als einziges Organ betroffen, die Krankheiten können sich auf angrenzende Körperstrukturen, wie beispielsweise die Gelenke ausweiten.

In den vergangenen Jahren konnten viele weitere Erkenntnisse über die Erkrankungen gewonnen werden, so dass sich auch die Therapie von Autoimmunerkrankungen weiterentwickelt hat. Einige Therapien zielen vor allem auf die Unterdrückung der Autoimmunreaktion des Körpers ab. Dadurch sollen die Beschwerden einer Autoimmunerkrankung gelindert und die Krankheit unter Kontrolle gehalten werden. Abseits medikamentöser Therapien wissen wir inzwischen, dass ein gesunder und aktiver Lebensstil einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Krankheit und das Wohlbefinden haben kann.

Wir haben uns auf unseren Themenseiten auf die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie auf die Autoimmunkrankheiten Psoriasis und Psoriasis-Arthritis spezialisiert. Hier finden Sie wichtige Informationen und hilfreiche Tipps, die Ihnen dabei helfen, Ihr Leben mit einer Autoimmunerkrankung aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, abgekürzt auch CED genannt. Charakteristisch für Morbus Crohn ist die Ausbreitung der Entzündung über den gesamten Verdauungstrakt: Sie tritt, meist punktuell, an verschiedenen Stellen auf - von der Mundhöhle bis zum Enddarm. Colitis ulcerosa hingegen ist durch die Entzündung des Dickdarms gekennzeichnet, die sich auf die Darmschleimhaut beschränkt.

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Psoriasis und Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis wird umgangssprachlich auch Schuppenflechte genannt und ist eine entzündliche aber nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie verläuft oft in Schüben und die Veranlagung dafür ist erblich. Auch Stress und Umweltfaktoren können Einfluss auf den Verlauf der Krankheit nehmen. 20% der Menschen mit Psoriasis entwickeln zusätzlich eine Psoriasis-Arthritis.

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Die Psoriasis-Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke, die in der Regel mit Hauterscheinungen beginnt. Bei etwa 10% der Patient:innen mit Psoriasis-Arthritis sind im Vorfeld aber keine Hautveränderungen sichtbar, so dass es schwierig ist, die Erkrankung von anderen Gelenkerkrankungen abzugrenzen.

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Die Krankheit kann sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise äußern, aber die meisten Patient:innen klagen über Schmerzen in Gelenken und im Rücken.

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